Wenn der Veranstaltungsort nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, schreckt das viele Teilnehmende von deren Nutzung ab.
Temporäre Buslinien können eine effiziente Lösung sein, um die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln dennoch attraktiv zu gestalten – insbesondere bei grossen Besucherzahlen oder schlecht erschlossenen Standorten. Eine Entfernung von bis zu 500 m zwischen Haltestelle und Veranstaltungsort gilt in der Regel als zumutbar. In Ausnahmefällen (z. B. zur besseren Besucherlenkung oder zur Entlastung der Eingänge) kann diese Distanz auch grösser sein, sofern der Anschluss gut organisiert ist und der Weg klar signalisiert wird. Wichtig sind vor allem passende Fahrpläne, ausreichende Frequenzen und eine verlässliche Organisation der Verbindungen.
Vor der Veranstaltung
Bedarfsanalyse und Planung
- Den Bedarf an temporären Buslinien anhand der verschiedenen Verkehrsströme und der Lage des Veranstaltungsgeländes ermitteln, insbesondere unter Berücksichtigung von:
- der Distanz zwischen der nächsten regulären Haltestelle und dem Veranstaltungsgelände,
- den bestehenden Fahrplänen und Frequenzen der öffentlichen Verkehrsmittel,
- den erwarteten Besucherströmen zu unterschiedlichen Tageszeiten.
- Auf Grundlage der geschätzten Teilnehmendenzahl die erforderliche Anzahl Fahrzeuge, Sitzplätze und Taktfrequenz bestimmen.
- Die Linienführung und die Standorte der Haltestellen festlegen.
- Fahrzeuge bevorzugen, die barrierefrei sind und Personen mit eingeschränkter Mobilität befördern können.
Organisation und Kommunikation
- Mit Busunternehmen Kontakt aufnehmen und die Konditionen der Partnerschaft festlegen (Verfügbarkeit, Kosten, Fahrpläne, Versicherung, Personal).
- Möglichkeit prüfen, originelle Partnerschaften einzugehen (z. B. mit landwirtschaftlichen Betrieben, lokalen Garagen, Geschäften oder Veloverbänden).
- Fahrzeuge mit geringer Umweltbelastung bevorzugen (z. B. Elektro- oder Biogasbusse).
- Infrastruktur für den Shuttle-Service bereitstellen: Haltestellen, Wartezonen, Beschilderung, Ein- und Ausstiegsbereiche.
- Provisorische Parkflächen für Busse einplanen.
- Fahrpläne der temporären Buslinien online stellen und über alle Kommunikationskanäle verbreiten (Website, Social Media, Flyer, Medienmitteilungen usw.).
- Fahrpläne gut sichtbar an den Haltestellen und am Informationsstand der Veranstaltung aushängen.
Während der Veranstaltung
- Die Anzahl eingesetzter Busse regelmässig an die tatsächliche Nachfrage anpassen.
- Die Auslastung der Busse durch Rückmeldungen der Fahrer oder Beobachtungen schätzen.
- Busfahrerinnen und Busfahrer dazu motivieren, ecoDrive-Prinzipien anzuwenden, um Treibstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren.
- Sicherstellen, dass Informationen über Abfahrtszeiten und Haltestellen aktuell und gut sichtbar bleiben.
Nach der Veranstaltung
- Eine Bilanz der Aktion erstellen, z. B.:
- Anzahl der transportierten Personen,
- Anzahl der Fahrten und Fahrzeuge,
- geschätzter Treibstoffverbrauch.
- Die CO₂-Bilanz der temporären Busse mit jener des hypothetischen motorisierten Individualverkehrs vergleichen.
- Erkenntnisse und Verbesserungsvorschläge für zukünftige Ausgaben dokumentieren.
