Abfallwirtschaft organisieren 

Ein gut strukturiertes Abfallbewirtschaftungskonzept ist die Grundlage für eine saubere, effiziente und umweltgerechte Veranstaltung. 
 
Es definiert im Voraus die erforderlichen Methoden, Mittel und Verantwortlichkeiten und umfasst die Logistik, das Material, die Personalplanung sowie Massnahmen zur Abfallvermeidung und Kommunikation.

Vor der Veranstaltung

Planung und Vorbereitung 

  • Auf Grundlage der Abfallschätzung (Arten und Volumen) diejenigen Bereiche identifizieren, in denen Abfall im Voraus reduziert werden kann, z.B.: 
    • Einkauf: realistische Mengenplanung, Reduktion von Verpackungen, Rücknahmepflicht des Lieferanten 
    • Verpflegung: bei Grundzutaten/Zutaten (Rohwaren wie Gemüse, Getreide, Öl, Mehl, Reis, etc.) unnötige Verpackungen vermeiden bzw. Grossgebinde bevorzugen; Foodwaste begrenzen; möglichst viele kompostierbare Lebensmittel anbieten und Abfälle in getrennten Kompostierbehältern sammeln; Mehrweggeschirr einsetzen. 
  • Die Abfallkategorien definieren, die getrennt gesammelt werden sollen, z.B.: 
    • organische Abfälle (gemäss Gemeindevorschriften) 
    • Altöl, Weissblech, Glas, PET, Aluminium, Papier/Karton 
    • brennbare Restabfälle (Gewichts- und Sackgebühr beachten). 

Logistik und Infrastruktur 

  • In Abstimmung mit der Gemeinde die geeignete Ausrüstung festlegen (Behälterart, Anzahl, Volumen, Standort, Abtransport). 
  • Containergrössen und Positionen definieren: 
    • 770 l-Container oder Mulden für Lagerbereiche ausserhalb des Publikumsbereichs, 
    • 240 l-Container im Publikumsbereich für leichten Transport und Entleerung. 
  • Abfalltrennung erleichtern: Recycling- und Restabfallbehälter nebeneinander aufstellen, gut sichtbar, in regelmässigen Abständen (ca. alle 25 m). 
  • Abfalleimer so platzieren, dass sie barrierefrei zugänglich sind (Kinder, Rollstuhlfahrende). 
  • Für Essens- und Getränkestände geeignete Behälter hinter den Ständen bereitstellen; ausreichendes Volumen einplanen, damit keine Zwischenleerung nötig ist. 
  • Zentralen Sammelbereich für Container einrichten, der leicht zugänglich für Entsorgungsfahrzeuge ist. 
  • Identifizierung von Abfallsünder:innen: Dafür sorgen, dass mitgebrachte Zelte und Pavillons, welche nach der Veranstaltung sich selbst überlassen wurden, rückverfolgbar sind, damit die Verursachenden zur Rechenschaft gezogen werden können. 

Ausstattung und Personal 

  • Sortierbeschilderung vorbereiten: klare Farben, Symbole und Beschriftungen. 
  • Taschenaschenbecher für Zigarettenstummel bereitstellen (ggf. über Partnersponsor). 
  • Personalbedarf schätzen: 1 Freiwillige:r pro 150 Teilnehmende. 
  • Freiwillige schulen und ausstatten (Leibchen, Handschuhe, Zangen, Ersatzsäcke). 
  • Material erfassen, das nach der Veranstaltung weiterverwendet oder gespendet werden kann (z. B. an Vereine oder Schulen). 
  • Den Abfallbewirtschaftungsplan mit allen Beteiligten (Stände, Freiwillige, Partner) teilen. 
  • Das Publikum durch gezielte Kommunikation über die Abfalltrennung informieren (z. B. via Pläne, Tafeln, Social Media). 
  • Für Sportanlässe spielerische Aktionen einplanen, um Abfall am Boden zu vermeiden. 

Während der Veranstaltung

  • Das Abfallbewirtschaftungskonzept konsequent umsetzen. 
  • Für Sauberkeit auf dem Gelände und in der Umgebung sorgen. 
  • Standbetreibende und Publikum aktiv begleiten und sensibilisieren. 

Nach der Veranstaltung

  • Den Abbau begleiten, um liegengebliebenen Abfall zu vermeiden. 
  • Das Gelände sauber und ordnungsgemäss hinterlassen. 
  • Sicherstellen, dass weiterzuverwendendes Material nicht versehentlich entsorgt wird. 
  • Den Freiwilligen danken, die zur Umsetzung beigetragen haben. 
  • Eine Bilanz ziehen und Verbesserungspotenziale für kommende Ausgaben festhalten.