Einbindung der Standbetreibenden 

Die Standbetreibenden agieren selbstständig, sind aber zentrale Partner der Veranstaltung. Werden sie frühzeitig in den Nachhaltigkeitsprozess eingebunden, erhöht dies nicht nur ihr Bewusstsein, sondern stärkt auch die Kohärenz des gesamten Angebotes und vermittelt dem Publikum eine glaubwürdige, pädagogische Botschaft.

Die möglichen Massnahmen reichen von einfacher Information und Sensibilisierung über die Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung oder Charta bis hin zur Auswahl von Ständen nach klaren Nachhaltigkeitskriterien.

Vor der Veranstaltung

  • Die Nachhaltigkeitsziele und -prinzipien als Kriterium in den Auswahlprozess der Standbetreiber integrieren.
  • Ein Merkblatt oder Pflichtenheft für Standbetreibende erstellen mit Informationen zu:
    • Logistik: Stromversorgung, Wasseranschluss, Kühlung, Geschirr, Abfallentsorgung, Warenanlieferung usw.
      • >> Stromkabel stets sicher am Boden befestigen (z. B. mit Klebeband oder rutschfestem Bodenbelag).
    • Produktqualität: klare Empfehlungen zu Frische, Herkunft, Bio- oder Fairtrade-Zertifizierung.
    • Gebühren und Tarife: Standmiete, Stromanschluss, Entsorgungskosten usw.
    • Zeitplan: verbindliche Zeiten für Aufbau, Betrieb und Abbau.
    • Vermeidung von Lebensmittelverschwendung: Lösungen für den Verkauf oder die Weitergabe unverkaufter Waren (täglich und am Ende der Veranstaltung).
  • Gezielt Anbietende auswählen, die bereits nachhaltige Praktiken anwenden oder Produkte im Einklang mit den Veranstaltungszielen anbieten.
  • Eine kurze, leicht verständliche Zusammenfassung der wichtigsten Massnahmen des Nachhaltigkeitskonzepts vorbereiten und an alle Standbetreiber kommunizieren.
  • Eine Charta oder Vereinbarung formulieren, welche die Nachhaltigkeitsverpflichtungen festhält, z. B.:
    • Alle Mitarbeitenden über die Nachhaltigkeitsziele und erwarteten Verhaltensweisen informieren.
    • Vorrang für pflanzliche, regionale und biologische Produkte. Dabei stehen pflanzliche Rohstoffe an erster Stelle.
    • Verpackungsabfälle minimieren (z. B. Grossgebinde für Gewürze, Getränke usw.).
    • Mehrweg-Geschirr und -Besteck verwenden.
    • Auf Strohhalme, Pappschirmchen und dergleichen verzichten.
    • Abfälle trennen und korrekt entsorgen.
    • Massnahmen zur Prävention von Alkoholmissbrauch umsetzen.
    • Nachhaltige Standgestaltung fördern (wiederverwendbare Materialien, recycelte Elemente, energieeffiziente Beleuchtung usw.).
  • Das Engagement der Standbetreibenden auf der Veranstaltung und in der Kommunikation (Website, Programmheft, Social Media) sichtbar machen.
  • Alle Informationen und Formulare barrierefrei zugänglich gestalten. 

Während der Veranstaltung

  • Überprüfung der vereinbarten Nachhaltigkeitsmassnahmen vor Ort (z. B. durch kurze Checklisten oder Stichproben).
  • Mediale Sichtbarkeit der nachhaltigen Standkonzepte sicherstellen (z. B. im Rahmen von Reportagen oder Social-Media-Posts).

Nach der Veranstaltung

  • Auswertung der Umsetzung der Charta oder Vereinbarung mit den Standbetreibenden (Erfolge, Schwierigkeiten, Verbesserungsvorschläge).
  • Die Rolle und das Engagement der Standbetreiber würdigen – z. B. durch öffentliche Anerkennung oder Erfahrungsberichte.
  • Auf der Website oder in der Abschlusskommunikation über erzielte Fortschritte und geplante Verbesserungen berichten.