Verzicht auf Sponsoring durch die Tabakindustrie

Die Tabakindustrie tritt regelmässig als Sponsorin von Festivals und Gross-veranstaltungen auf. Im Gegenzug ist sie häufig mit auffälligen Marketing-aktionen, Promotionsständen oder visueller Werbung vor Ort präsent. 
 
Diese Strategien zielen insbesondere auf junge Menschen, die in festlichen Umgebungen besonders empfänglich für Werbung und soziale Beeinflussung sind. Sie tragen dazu bei, den Tabakkonsum zu normalisieren und die Präventions-bemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu unterlaufen. 
 
Der Verzicht auf Sponsoring durch die Tabakindustrie ist ein starkes Zeichen von Verantwortung und Glaubwürdigkeit. Auch wenn dadurch neue Finanzierungs-quellen erschlossen werden müssen, stärkt eine solche Entscheidung das Image einer Veranstaltung als engagiert, gesundheitsbewusst und respektvoll gegenüber ihrem Publikum und der Jugend

Vor der Veranstaltung

  • Das Organisationskomitee sensibilisieren und geschlossen hinter den Entscheid stellen. 
  • Eine Informations- oder Sensibilisierungsveranstaltung organisieren, um die Auswirkungen von Tabaksponsoring und die Alternativen dazu zu erläutern. 
  • Den Entscheid als strategische Chance zur Profilierung kommunizieren – z. B. für ein Festival, das gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. 
  • Neue Sponsoringpartnerschaften aufbauen, die zu den Werten der Veranstaltung passen (nachhaltige, lokale, soziale oder gesundheitsorientierte Akteure). 
  • Eine Charta oder Vereinbarung ausarbeiten, die das Engagement festhält – insbesondere das Verbot jeglicher Tabakwerbung oder -promotion auf dem Veranstaltungsgelände (Poster, Logos, Werbegeschenke, Rabatte, Promotionspersonal usw.). 

Während der Veranstaltung

  • Aktiv über den Verzicht auf Tabaksponsoring kommunizieren – durch offizielle Statements, Aushänge oder Social-Media-Beiträge. 
  • Die Entscheidung sichtbar machen (z. B. über Infostände, Plakate, Medienberichte, Einbindung von Künstlerinnen und Künstlern). 
  • Informationsaktionen vor Ort durchführen, um das Publikum über die Hintergründe und die Bedeutung der Massnahme aufzuklären. 
  • Neue Sponsor:innen und Partner:innen hervorheben, die sich anstelle der Tabakindustrie engagieren. 

Nach der Veranstaltung

  • Erfolge und Herausforderungen dokumentieren – z. B. Reaktionen des Publikums, Medienresonanz, Sponsorenzufriedenheit. 
  • Die Erfahrung transparent kommunizieren und als Good-Practice-Beispiel teilen, um andere Veranstalter zu inspirieren. 
  • Eine Bilanz über die Sichtbarkeit der Sponsor: innen und die öffentliche Wahrnehmung ziehen, um den Nutzen der Entscheidung langfristig zu belegen.