Abfälle im Zusammenhang mit Lebensmitteln reduzieren

Die Reduzierung von Essensabfällen umfasst alle Abfälle, die im Zusammenhang mit Verpflegung entstehen – von Verpackungen über Geschirr bis hin zu Resten. 
Der Einsatz von wiederverwendbarem Geschirr kann den Abfall um bis zu 70 % senken, trägt zu einem saubereren Veranstaltungsort bei, reduziert Reinigungs- und Entsorgungskosten und verbessert das Image der Veranstaltung. 
 
Auch wenn bestimmte ökologische Schwellenwerte (z. B. Transportdistanzen) nicht immer eingehalten werden, bleibt der Einsatz von Mehrweggeschirr aufgrund seines pädagogischen Werts und seines Einflusses auf Verhaltensänderungen besonders sinnvoll. 

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Vor der Veranstaltung

Planung und Beschaffung 

  • Lokale Produkte bevorzugen, um Verpackungen zu vermeiden, die durch lange Transportwege entstehen. 
  • Mehr kompostierbare pflanzenbasierte als nicht kompostierbare tierische Produkte. 
  • Einwegartikel reduzieren (z. B. Verpackungen, Tischdecken, Rührstäbchen). 
  • Grosse Gebinde statt Einzelportionen verwenden (z. B. Kaffee, Senf, Ketchup, Saucen, Zucker, Rahm, Milch). 
  • Geschirr durch alternative Lösungen begrenzen (Wurst auf dem Brot, Serviette statt Kartonteller, Glace in Waffeln statt in Kartonbechern usw.). 
  • Den Bedarf an Geschirr anhand der erwarteten Teilnehmendenzahl, Verkaufsstellen und Speisenangebote abschätzen. 
  • Standbetreibende frühzeitig informieren und ihren Bedarf abfragen. 

Wahl des Geschirrs 

  • Mehrweggeschirr einsetzen – möglichst einheitlich für alle Stände. 
  • Wenn Einweggeschirr unvermeidbar ist: 
    • recycelten Karton verwenden, 
    • Plastikgeschirr vermeiden, 
    • kompostierbare Alternativen nur aus Agrarabfällen und mit Bedacht einsetzen (wegen problematischer Entsorgung). 
  • Bei der Gemeinde nachfragen, ob Becherpools oder Förderprogramme bestehen. 
  • Angebote der verschiedenen Anbietenden vergleichen (Kosten, Rückgabeorganisation, Reinigung). 
  • Erfahrungen und Kommunikationsmaterial der Anbietenden nutzen. 

Organisation und Logistik 

  • Verwendung von Mehrweggeschirr vertraglich festlegen (Bedingung für alle Stände). 
  • Einheitliches System für Pfand und Rückgabe einführen (empfohlen: CHF 2.– pro Stück, auch für Besteck Pfand verlangen) oder digital rückverfolgbares pfandfreies Mehrweggeschirr nutzen. 
  • Rückgabestellen organisieren: 
    • Becher über Getränkestände oder Spendenboxen, 
    • Teller über separate Rückgabestände, 
    • zusätzliche leere Kisten für schmutziges Geschirr bereithalten (bei Lieferant mietbar). 
  • Genügend Wechselgeld für Pfandrückgaben bereitstellen. 
  • Beschilderung für Ausgabe- und Rückgabestellen anbringen. 
  • Mitarbeitende und Standbetreiber informieren über Abläufe und Pfandsystem. 
  • Liefermengen pro Stand protokollieren, um Abrechnung und Pfandeinnahmen nachvollziehen zu können. 
  • Gäste über das System und seine Vorteile informieren, um Akzeptanz und Beteiligung zu fördern.

Während der Veranstaltung

  • Ausgabe, Rückgabe und Pfandsystem aktiv überwachen. 
  • Für ausreichende Mengen an sauberem Geschirr sorgen. 
  • Vergessenes oder verstreutes Geschirr einsammeln. 

Nach der Veranstaltung

  • Abrechnung pro Stand durchführen: 
  • Anzahl versiegelter, geöffneter und schmutziger Kisten, 
  • Anzahl saubere Artikel, 
  • Pfandeinnahmen. 
  • Rückgabe an den Lieferanten und Kontrolle der Abrechnung. 
  • Bilanz ziehen: Erfahrungen und Verbesserungspotenziale für die nächste Ausgabe der Veranstaltung festhalten.