Ermittlung und Bewertung des Mobilitätsbedarfs

Die Mobilitätsmassnahmen einer Veranstaltung hängen vom Umfang und der Art der verursachten Verkehrsströme ab. Da Veranstaltungen Personen- und Güterverkehr in kurzer Zeit und auf engem Raum bündeln, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Organisatorin, öffentlichen Diensten sowie Verkehrs- und Transportunternehmen erforderlich. Eine frühzeitige Analyse der Mobilitätsbedürfnisse ermöglicht es, Verkehrsflüsse zu optimieren, Engpässe zu vermeiden und umwelt-
freundliche Alternativen zu fördern. Es gilt zu beachten, dass der Veranstaltungs-
verkehr den bestehenden Alltagsverkehr ergänzt und beeinflusst. Für die Planung sind drei Verkehrsarten relevant:

  • Publikumsverkehr: Bewegungen der Besucherinnen und Besucher zur Veranstaltung und zurück.
  • Logistischer und akkreditierter Verkehr: Transporte im Zusammenhang mit Organisation, Betrieb, Sicherheit, Medien, Teilnehmenden und Freiwilligen.
  • Basisverkehr: regulärer Alltagsverkehr im Einflussbereich der Veranstaltung.

Eine fundierte Einschätzung dieser Ströme ermöglicht es, motorisierten Individualverkehr zu reduzieren – durch Fahrgemeinschaften, Bündelung von Fahrten oder Förderung kollektiver und sanfter Mobilität (ÖV-, Velo-, Fussverkehr).

Die Organisation des Mobilitätsmanagements liegt in der Verantwortung des Veranstalters/der Veranstalterin – unter Aufsicht der jeweiligen Standortgemeinde.

Vor der Veranstaltung

  • Den Publikums-, logistischen und Basisverkehr pro Tag und Zeitabschnitt über die gesamte Veranstaltungsdauer erheben, , um mögliche Engpässe zu identifizieren.
  • Die Erreichbarkeit des Veranstaltungsortes analysieren:
    • Öffentlicher Verkehr: Linien, Taktung, Hauptverbindungen, Kapazitäten usw.
    • Sanfte Mobilität: Fusswege, Velowege, Abstellplätze und deren Sicherheit.
    • Individualverkehr: Zufahrten, Parkplätze, Belastung des Strassennetzes.
  • Das Zielpublikum und seine Mobilitätsmöglichkeiten (Wohnort, verfügbare Verkehrsmittel) ermitteln.
  • Bestehende Angebote optimieren und ausbauen, um eine Verkehrsverlagerung zu fördern (z. B. Taktverdichtung, Zusatzverbindungen).
  • In enger Zusammenarbeit mit Behörden sowie Mobilitäts-Partner:innen und Partnern ein temporäres Verkehrskonzept entwickeln (inkl. Zufahrten, Signalisation, Umleitungen).
  • Den Ansatz und die Ziele intern und extern kommunizieren, um Akzeptanz und Mitwirkung zu fördern

Während der Veranstaltung

  • Verkehrsströme und Einflussfaktoren laufend überwachen (z. B. Wetter, Zwischenfälle).
  • Den Verkehr in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden aktiv steuern und bei Bedarf anpassen.
  • Falls notwendig, eine zentrale Steuerungs- und Kommunikationsstelle einrichten, um Verkehrsmanagement und Informationsfluss zu koordinieren.

Nach der Veranstaltung

  • Eine Bilanz der Mobilität erstellen und die gesammelten Daten auswerten (Nutzung, Kapazität, Funktionalität der Infrastruktur, Wirksamkeit der Massnahmen).
  • Die Prognosen mit den realen Ergebnissen vergleichen und externe Einflussfaktoren (z. B. Wetter, unerwartete Ereignisse) identifizieren.
  • Erkenntnisse dokumentieren, um das Mobilitätskonzept für zukünftige Ausgaben zu verbessern.